Montag, 21. Juli 2014

Mein kleiner Fenstergarten

Vor einigen Jahren hatte ich ja schon einmal Tomaten auf meiner Fensterbank gezogen und dieses Jahr habe ich Mitte Mai spontan auch noch ein paar Pflanzen gekauft.
Eigentlich ging es weniger darum, ernsthaft Früchte an meinem Fenster zu ziehen, als einfach eine Begrünung fürs Fenster, die kühlende Wirkung UND die Tatsache, dass Tomatenpflanzen eine natürliche Abwehr gegen einige Insektenarten bilden. Nein, sie halten nicht alle Viecher komplett ab, aber es hilft schon ein bisschen :)

Zu meiner Schande: Ich habe die Pflanzen gekauft.
Und zwar zwei Cocktailtomaten und zwei Spitzpaprika.

Der Standort ist eine Fensterbank, die Mittags und Abends sehr viel Licht bekommt und große, hohe Fenster hat. Theoretisch wäre auch eine lange "Belichtung" morgens möglich, allerdings kann ich meinen StändigenMitbewohner nicht davon überzeugen ;)

Tomaten:
Da ich nicht viel Zeit in die Pflege investiert habe - wesentlich weniger als das letzte Mal - habe ich wie gesagt nicht ernsthaft mit Resultaten gerechnet.
Die letzte Ernte bestand im großen aus einer sehr kleinen Handvoll Tomaten.
Weder speziell Lecker noch speziell ausgereift.
Ich hatte vor allem mit Blütenendfäule zu kämpfen, im Nachhinein wahrscheinlich, weil ich zu viel gedüngt hatte. Auch diesmal habe ich 2, die diese Symptome haben, allerdings liegt es dieses Jahr wahrscheinlich eher an mangelnder Düngung :D Und mangelnder Wässerung.

Auch dieses Jahr sind die Pflanzen nach oben geschossen, ein leichtes Ausgeilen, leider. Das liegt am Standort und natürlich auch an der "Pflege".
Blütenstände gab es nach normaler Zeit und die Pinselbestäung hat sehr gute Arbeit geleistet. Auch hier hätte ich mehr Einsatz zeigen können, dann wäre die Ausbeute wahrscheinlich besser gewesen.

Insgesamtes Fazit:
  • Die von Mama geholte Erde enthält genug Nährstoffe, ich muss nicht nachdüngen, außer vielleicht gegen Ende des Sommers.
  • Gute Wässerung ist wahnsinnig wichtig. Sehr wichtig. Wichtiger als Düngen und Bestäuben. Am Besten am Morgen und je nach Sonneneinstrahlung auch am Abend nochmal.
  • Cocktailtomaten sind die Sorte der Wahl, wenn es um das Tomatenziehen in der Wohnung angeht. Zumindest ist das meine bisherige Meinung ;)
  • Die Pflanzen müssen gepflegt werden. Entweder hin zu Größe, um das komplette Fenster zu "bewuchern" oder hin zum Ernte-Erfolg. Für letzteres werde zumindest ich nächstes Jahr die Spitze abschneiden, wenn sie 20cm vom Ende des Fensters entfernt ist. Außerdem müssen dafür regelmäßig Seitentriebe entfernt werden - für Bewucherung nicht nötig.
    (Vielleicht schreibe ich dafür nächstes Jahr ja noch mal einen kleinen Guide?! :) )


Paprika:
Die Paprika hat mir am Anfang gar keine Probleme bereitet, im Gegenteil, die hat schnell Früchte entwickelt, bisher drei an der Zahl.
Wie auch bei den Tomaten habe ich mich nicht viel Zeit für die Pflege genommen. Zwischendurch habe ich mal Triebe oder "schlechte" Blätter entfernt, mehr nicht.
Dann allerdings hat sich eine der Paprika irgendwie Blattläuse eingefangen - oder vielleicht habe ich sie auch schon mit eingekauft. Zunächst habe ich versucht mit destilliertem Wasser dagegen zu Kämpfen und die Blätter regelmäßig damit zu besprühen (habe ich als Tipp gegen Spinnmilben gelesen). Es scheint sie eine Zeitlang auch zurückgedrängt zu haben, aber wie gesagt, ich habe mich zu wenig darum gekümmert, deshalb habe ich heute Morgen mein altbewährtes Pumpspray aus dem Gartencenter genommen.
Schade,ich hatte eigentlich gehofft das vermeiden zu können :(
Wirklich hoch wachsen diese Pflanzen nicht. Sie fächern sich zwar oben etwas auf, aber sie werden nicht noch. Vielleicht maximal einen Meter.
Inzwischen fängt eine der Paprika übrigens langsam an, von Grün auf Rot (???) zu wechseln.

Insgesamtes Fazit:
  • Paprika eigenet sich bei so hohen Fenstern wie meinen nicht, um sie als Sonnenschutz zu bewuchern. Aber bei einer  geringeren Höhe sind sie gut :)
  • Sie setzen schnell Früchte an, aber die Reifung dauert echt lange. Das wusste ich aber schon vorher, ein Bekannter hat mir für den Anbau von Chilischoten geraten, die Pflanzen schon im späten Winter anzuziehen, ähnliches dürfte auch für Paprika gelten.
  • Auch hier sollte für eine größere Ausbeute wahrscheinlich mehr Pflege betrieben werden, ich habe relativ sporadisch mal ausgeschnitten.
  • Die Pflanzen sind ziemlich standfest, ihnen macht es wirklich nichts aus auch mal durch die Gegend getragen zu werden. Das macht es einfach, sie mal in die Badewanne zu stellen, um sie mit destilliertem Wasser oder Blattlausspray zu besprühen.
  • Sie brauchen nicht ganz so viel Wasser wie Tomaten, habe ich das Gefühl.
  • Mamas Erde scheint ihnen bisher alle Nährstoffe zu geben, die sie brauchen.
  • Zwei Pflanzen liefern keine besonders große Ausbeute. Egal, sie sind hübsch.

So, das wäre das Fazit bisher.
Ehrlich gesagt bin ich über das bisherige Ergebnis ernsthaft überrascht!
Würde ich es noch mal so machen?
Ja. Ziemlich genau mit ein paar minimalen Änderungen :)


liebe Grüße
Terrane

PS:
Der Pfefferminz fühlt sich auf der Fensterbank nicht so wohl. Sie hat zwar inzwischen auch ein paar Blütenstände angesetzt, aber sie sieht nicht so gesund aus, wie die bei meiner Mam. Vielleicht liegt das aber auch an der Sorte, ich hab spontan eine bei einem Supermarkt gekauft.
Und ich habe zwischen die beiden Tomaten und Paprika - die jeweils sortengetrennt zusammen in einem Kasten stehen - noch eine ausgewachsene Zwiebeln gesetzt :) Jede Menge Zwiebelgestrauch zum Ernten ;) Nächstes Mal gibts auch noch ein paar Knoblauchzehen dazu, vielleicht helfen die dann auch gegen die Blattläuse -.-

Kommentare:

  1. Hi, also Tomaten und Paprika sind beides Nachtschattengewächse - die mögen die Gesellschaft anderer Nachtschattengewächse nicht - da muss man schon einiges an Abstand zwischen haben - mind. 50cm. Tomaten wollen zudem regelmässig gegossen werden - aber nicht nass stehen. Zudem regelmässig düngen - vor allem wenn Früchte angesetzt sind. Am besten in kleinen Kübeln auf den Balkon oder Terrasse und in die Sonne stellen.

    Pfefferminze gehört auch raus in den Garten oder den Kübel - da fühlt die sich am wohlsten. Regelmässig gießen aber nicht zu nass halten. Wenig bis gar nicht düngen. Und viel Sonne bitte.

    Ach ja - gegen Blattläuse hilft Seifenwasser/Spüliwasser - am besten die Pflanze damit abwaschen. Wenn was auf die Erde kommt ist es nicht schlimm - nur nicht damit gießen oder tauchen.

    Grüzlies, Sasse

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    1. Hei Sasse :)
      Danke für deinen Kommentar!
      Balkon oder Terrasse habe ich leider nicht - sonst würde ich garantiert mehr Pflanzen haben. Die Tomaten und die Paprika stehen jeweils sortengetrennt gemeinsam in einem großen Kasten (also Jeweils Tomate-Zwiebel-Tomate und Paprika-Zwiebel-Paprika) und haben einigen Abstand dazwischen.

      Gedüngt habe ich bisher einmal und direkt danach trat die Blütenendfäule bei der Tomate auf, also anscheinend ist die Erde reichhaltig genug - hab sie vom Kompost meiner Mutter.

      Demnächst werde ich wohl draußen einen netten Platz für die Minze suchen, allerdings nicht bei meiner Mutter, da breitet sich schon die Apfelminze wie Unkraut aus, die ich ihr mal geschenkt habe ^^ mittlerweile hat die Marokanische Minze schon fast keinen Platz mehr.

      liebe Grüße
      Terrane

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    2. Hallo Terrane,
      also für mein Gefühl ist das zu eng im Kasten - und wenn Du reinen Kompost genommen hast um die Tomaten da rein zu setzen dann brauchst Du mit sicherheit nicht zu düngen - das ist Dünger pur. Lieber den Kompost mischen - oder Du nimmst ganz normale Pflanzerde aus dem Laden - da brauchst Du die ersten 8 Wochen auch nicht düngen. Und nach dem einsetzen der Pflanzen ruhig warten mit dem düngen - mindestens 8 Wochen.

      Minze breitet sich immer sehr aus - daher ist es empfehlenswert die Minze in einen großen Topf oder Eimer zu setzen und den mit der Minze im Garten zu verbuddeln. Dann bleiben die Wurzelausläufer im Eimer und nicht alles wird zugewuchert. Also wie eine Rhizomensperre bei Bambus.

      Grüzlies, Sasse

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